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10 grenzwertige Fragen an Daniel Pauw

Aktualisiert: 10. März



Daniel arbeitet seit über 10 Jahren mit Teams und Organisationen an der Umsetzung von mehr New Work im Arbeitsalltag. Aktuell arbeitet er als Berater bei der Transformationsberatung covolution. Er hat im Beltz- und Springerverlag Fachbücher zum Thema Coaching veröffentlicht und hostet seit 2023 den New Work Men Podcast - ein Format in dem eine Feministische Perspektive, Persönlichkeitsentwicklung und wissenschaftliche Studien zum Thema Männergesundheit und New Work kombiniert und diskutiert werden.

Ich schätze Daniel als wahnsinnig kompetent, belesen und outstanding in allem was er tut. Dabei ergänzen seine Bescheidenheit und seine Demut seine Surfercoolness auf einnehmende Weise. Daniel kommuniziert feministische Themen absolut zielgruppenorientiert und holt damit viele ab, die dem Thema sonst nicht viel abgewinnen können. Damit überwindet er Grenzen, auch indem er die Grenzen anderer respektiert.


 

  1. Was ist deine erste Assoziation zum Begriff „Grenze“? Tatsächlich: Wachpersonal. Eine Grenze muss ja „durchgesetzt“ werden und die ersten 2-3 Assoziationen die mir bei dem Wort „Grenze“ kommen, sind recht harsche Grenzschützer, die mich – teils mit vorgehaltener Waffe – untersucht bzw. kommandiert haben.

  2. Wo oder wie erlebst du deine eigene Grenze/Grenzen in deinem Leben? Ich würde hier im Plural sprechen, da ich in verschiedenen Bereichen Grenzen setze und diese auch je nach „Gemütslage“ unter Umständen dynamisch. Ich kann selbst aktiv eine Grenzerfahrung aufsuchen (z.B. im Sport oder auch im Kontakt mit einem mir wichtigen Menschen) oder es widerfährt mir wortwörtlich etwas, dass mich an eine Grenze bringt. Es gibt also zwei Bewegungen: Ich kann hin zu einer Grenze gehen; oder eine Grenze kommt auf mich zu.

  3. Ich bin überzeugt davon, dass es nicht darum geht, Grenzen zu setzen, sondern sie erstmal selbst zu spüren und zu akzeptieren, um sie dann wahren zu können. Wo in deinem Körper spürst du es, wenn deine Grenze überschritten wird? Meist im Bauch oder Hals. Ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Oder, es versagt mir die Sprache, weil ich so überrannt wurde. Emotional kann das von Wut und Ärger bis zu einem Ohnmachtsgefühl gehen.

  4. Ist dein Zugang zu deinen eigenen Grenzen intuitiv oder musstest du dir den erarbeiten? Ich bin da eher intuitiv und würde mal behaupten, dass ich recht gut im Selbstkontakt merke, wann sich eine Grenzüberschreitung anbahnt. Dafür hilft sicher ein guter Kontakt zum Körper im Sinne von „the body goes first“ – meist merken wir körperlich schon, dass etwas aus dem Gleichgewicht kommt, bevor der Verstand sich einmischt. 

  5. Spielregeln können Sicherheit geben. Welche Spielregeln helfen dir, deine eigenen Grenzen zu wahren oder die anderer? Das kommt auf den Kontext an. In Seminaren und Arbeitskontexten sind es klar vereinbarte Prinzipien oder Rahmenbedingungen, die Kommunikation im Grenzbereich ermöglichen und einen klaren Raum abstecken, in dem wir uns gemeinsam sicher bewegen können. Dafür muss aber auch klar sein, wann das nicht mehr der Fall wäre bzw. eine Grenze überschritten wird. In der Konsequenz heißt das auch, dass Grenzen gewahrt werden müssen – das ist dann z.B. als Workshopleiter auch meine Aufgabe mit der notwenigen Deutlichkeit umzusetzen.  Wenn ich persönlich absehen kann, dass ich in eine Situation gehe, die das Potential für eine (unangenehme) Grenzerfahrung beinhalten, nehme ich mir vorher oft einen Moment Zeit mich mit mir selbst nochmal zu „connecten“. Oder ich geh sogar Szenarien und Handlungsoptionen durch, um ggf. schnell und integer reagieren zu können. Das gilt für mich z.B. ebenso für sportliche Herausforderungen am Berg, als auch für kritische Gespräche im Arbeitskontext.

  6. Grenzüberschreitung im Job. Was fällt Dir dazu ein? Schlechte Feedbackgespräche

  7. Ich wahre meine Grenze, indem ich... Sie kenne, markiere, durchsetze

  8. Ich wahre die Grenzen anderer, indem ich... Sie bemerke, anspreche, respektiere

  9. Wie reagierst du, wenn du mitbekommst, dass die Grenze anderer überschritten wird? Das kommt darauf an, in welcher Beziehung ich zu den Beteiligten und der Situation stehe. Generell würde ich in vielen Situation mich insbesondere dann aktiv einmischen, wenn die Person, deren Grenze überschritten wird, handlungsschwächer ist bzw. sich in der Situation aus welchen Gründen auch immer nicht hinreichend für ihre Integrität einsetzen kann.

  10. Wie sähe unsere Arbeitswelt aus, wenn es keine Grenzüberschreitungen mehr gäbe? Wahrscheinlich friedlicher und auch etwas gesünder. Vermutlich aber auch weniger kreativ. Grenzen zu überschreiten bewegt Menschen – im positiven wie auch im negativen. Wir müssen also stets gut sortieren.



 



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