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10 grenzwertige Fragen an Stefanie Voss

Aktualisiert: 16. März


Stefanie Voss gründete nach 15 Jahren internationaler Konzernkarriere und einer Weltumseglung 2009 ihr eigenes Unternehmen und ist heute tätig als Rednerin, Autorin, Coach und Workshop-Moderatorin. Ihre Führungserfahrung, ihre Coaching-Expertise, ihr Pragmatismus und ihre unkonventionelle und direkte Art machen sie zu einer international gefragten Managementtrainerin.

 

Ich habe Stefanie im Rahmen von globalen Leadership Events kennengelernt, bei denen wir Grenzen gedehnt haben, indem wir gemeinsam kreativ-unkonventionell Konzepte entwickelt und umgesetzt haben. Mich beeindrucken besonders ihre Loyalität, ihre Integrität und ihre Großzügigkeit. Sie ist eine außergewöhnliche Kollegin, menschlich wie fachlich.


 

  1. Was ist deine erste Assoziation zum Begriff „Grenze“? Ich habe gleich 2 Assoziationen: Erstens ist eine Grenze etwas, was mich herausfordert, frei nach dem Motto: „Gänsehautmomente passieren immer dann, wenn wir beherzt die Grenzen unserer Ängste und üblicher Gepflogenheiten überschreiten." Das ist also eine Grenze, die ich überwinden will. Manchmal macht das Freude, manchmal ist das Ergebnis eher schwierig ... aber es ist immer eine Lernerfahrung. Zweitens ist eine Grenze aber auch so etwas wie eine Leitplanke, die meinem Leben eine Richtung gibt, Dann ist diese Grenze ein Limit, welches ich nicht überschreite, sondern eher verteidige, um es einzuhalten. Frei nach dem Motto: „Diese Grenze überschreite ich nicht, das wäre gegen mein fundamentales Wertegerüst!“

  2. Wo oder wie erlebst du deine eigene Grenze/Grenzen in deinem Leben? Das kann ich auch anhand der ersten Antwort benennen: Adrenalin und Gänsehaut zeigen mir, dass ich mich außerhalb der Grenzen meiner Komfortzone bewege. Und wenn ich sehr genau und klar weiß, was ich tun und was ich lassen werde, dann spüre ich den Halt, den meine Werte mir vermitteln.

  3. Ich bin überzeugt davon, dass es nicht darum geht, Grenzen zu setzen, sondern sie erstmal selbst zu spüren und zu akzeptieren, um sie dann wahren zu können. Wo in deinem Körper spürst du es, wenn deine Grenze überschritten wird? Die „guten“ Grenzüberschreitungen spüre ich an dem Adrenalinrausch, dem Gänsehautmoment. Dieses körperliche Gefühl zeigt mir eindeutig, dass ich etwas Neues lerne, dass ich mich außerhalb meines gewohnten Habitus bewege, und daher begegne ich diesem Gefühl meist sehr positiv. Die schwierigen Grenzüberschreiten bemerke ich an meiner aufsteigenden Emotion, die sich aus meinen Werten ergibt. Wenn ich wütend werde, wenn ich aufbrause, dann steigt diese Emotion aus dem unteren Bauchraum hoch in den Kopf, und meine Emotion ist für mich ein klares Signal, dass meine Werte verletzt wurden. Oft spanne ich den Oberkörper und / oder die Arme an, und fast immer reagieren auch meine Gesichtszüge. Das sind sehr eindeutige Zeichen, die ich mittlerweile sofort erkenne und dann direkt weiß, was mit mir los ist.

  4. Ist dein Zugang zu deinen eigenen Grenzen intuitiv oder musstest du dir den erarbeiten? Ich erarbeite mir das Überschreiten jeder Grenze, die ich überschreiten will, jedes Mal wieder neu. Natürlich ist das heute einfacher als früher, weil ich es schon so oft gemacht habe. Wagemutig sein – so nenne ich das. Und das wird immer leichter, je öfter ich es trainiere. Meine Werte-Grenzen habe ich mir ebenfalls erarbeitet, dazu habe ich eine eigene Anleitung entwickelt, die Du Dir gerne hier ansehen kannst: https://stefanie-voss.de/wp-content/uploads/2021/12/Perso%CC%88nliche-Werte-finden-Leitfaden-von-Stefanie-Voss.pdf

  5. Spielregeln können Sicherheit geben. Welche Spielregeln helfen dir, deine eigenen Grenzen zu wahren oder die anderer? Meine „Spielregel“ ist in erster Linie die bewusste Reflexion meiner Denk- und Verhaltensmuster – gedanklich UND schriftlich. So erkenne ich schnell, ob ich auf dem für mich richtigen Weg unterwegs bin, oder auch nicht. Und durch regelmäßige Notizen behalte ich auch eine gute Erinnerung an das, was ich schon mal erlebt / falsch gemacht / durchdacht habe.

  6. Grenzüberschreitung im Job. Was fällt Dir dazu ein? Die gibt es, und sie sind manchmal wichtig und nötig (raus aus „hamma schon imma so gemacht“), und manchmal sind sie falsch und absolut intolerabel (wenn daraus Übergriffigkeit resultiert).

  7. Ich wahre meine Grenze, indem ich... ... weiß, was mir wichtig ist, und welche Werte meinem Leben Halt geben. Das „Grenzen wahren“ ist ein dauerhaftes, begleitendes Reflektieren meiner eigenen Erlebnisse und Erfahrungen

  8. Ich wahre die Grenzen anderer, indem ich... ... auf GAR KEINEN FALL davon ausgehe, dass andere Menschen genauso ticken wie ich (ich bin NICHT das Maß aller Dinge!), sondern mit ihnen im Dialog bin und eher zu oft als zu wenig nachfrage.

  9. Wie reagierst du, wenn du mitbekommst, dass die Grenze anderer überschritten wird? Ich artikuliere mein Störgefühl, manchmal eher kurz und „sanft“, manchmal auch sehr deutlich, wenn ich Grenzüberschreitungen in meinem Umfeld wahrnehme, die mich aber nicht direkt betreffen. Im Umfeld frage ich mich aber immer SEHR genau, ob ich einen „Auftrag“ habe oder eine „gesellschaftliche Verpflichtung“, mich einzumischen. Wenn ich das so empfinde, mische ich mich ein, ansonsten halte ich mich raus.

  10. Wie sähe unsere Arbeitswelt aus, wenn es keine Grenzüberschreitungen mehr gäbe? Das kommt auf die Art der Grenzüberschreitung an ... es gibt gute und schlechte. Ich bin überzeugt, dass wir viele (über Jahre gewachsene) Gepflogenheiten, die sich wie Grenzen anfühlen, in der Arbeitswelt endlich überwinden müssen. Wir wären innovativer, schneller, kreativer und zukunftsoptimistischer, wenn wir hier unsere Grenzen immer weiter verschieben könnten und mehr Freiräume schaffen würden. Auch brauchen wir mehr „Zu-Mutung“, also das bewusste Herausfordern von Menschen, um sie in ihrem Wachstum anzuregen. Viele Menschen trauen sich selbst zu wenig zu, sind zu vorsichtig, da kann ein „wertschätzender Tritt in den Hintern“ zwar einerseits eine Grenzüberschreitung sein, die aber im Nachhinein einen sehr positiven Effekt hat. Auch das würde der Arbeitswelt helfen, weil wir die vielen Potentiale, die oft dauerhaft schlummern, endlich wecken könnten. Aber im ganz persönlichen Kontext sind Grenzüberschreitungen (in Form von bzw. sexuellen oder diskriminierenden Übergriffen) natürlich ein echtes Problem, was unbedingt aufhören muss. Hier findet Ihr Stefanie www.stefanie-voss.de



 



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